Der Weißabgleich

Das Auge passt sich leichten Änderungen der Beleuchtungsfarbe an, ohne dass wir uns dessen bewusst sind. Leicht farbiges Licht halten wir für weiß. Die Fotokamera ist jedoch sehr empfindlich gegen Abweichungen von der Lichtfarbe, auf die er abgestimmt ist, und reagiert unweigerlich mit entsprechenden Farbstichen, sofern der Weißabgleich nicht korrigiert wurde.

Diese unterschiedliche Reaktion von Auge und Sensor auf Farbverschiebungen in der Beleuchtung ist der Grund, warum so viele Fotos unnatürlich wirken, wenn sie z. B. ein Gesicht, unter einem Baum aufgenommen, zu grün, in offenem Schatten fotografiert zu blau und am Spätnachmittag zu rot herausbringen. Könnte man die Farben solcher Fotos mit denen der wirklichen Szene vergleichen, so würde man natürlich feststellen, dass der Film richtig und man selbst falsch gesehen hatte. Diese Erfahrung würde den Betroffenen nicht nur lehren, wie verschiedenfarbig Tageslicht sein kann, sondern ihn auch von der Unzuverlässigkeit seiner Augen bei der Beurteilung von Farben und damit von der Notwendigkeit überzeugen, seine Aufnahmebeleuchtung objektiver zu prüfen.

Das ist gleichzeitig eines der wichtigsten Gründe das RAW-Format beim fotografieren zu nutzen. Nur mit diesem Format ist es nachträglich möglich, den Weißabgleich manuell zu korrigieren und so ein verloren geglaubtes Foto doch noch zu retten.

1 Kommentar

  1. Toller verständlicher Artikel, weiter so…

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