Punkt 7:
Dank der praktisch augenblicklichen Anpassungsfähigkeit unserer Augen scheinen wir alles, nah oder fern, gleichzeitig scharf zu sehen, während ein Objektiv jeweils nur auf eine bestimmte Schärfenzone eingestellt werden kann und Gegenstände vor und hinter dieser Zone mit wachsender Entfernung von ihr immer unschärfer abbildet. Über diese Eigentümlichkeit des Objektivs kann die Blende hinweghelfen: je kleiner die Blendenöffnung, desto tiefer ist die scharf abgebildete Zone. Dadurch hat ein Fotograf, der Schärfe bzw. Unscharfe als bildnerisches Werkzeug benutzt, weiten Spielraum, von durchweg scharfen Aufnahmen bis zu solchen, in denen die Schärfe absichtlich auf eine enge Zone beschränkt und alles andere unscharf dargestellt ist.
weiterlesen...Das Auge sowie das Objektiv sehen auf ganz verschiedene Weise. Um einen guten Blick für das Motiv zu entwickeln, solltest Du Dir die Unterschiede zwischen dem menschlichen Auge sowie dem Objektiv klarmachen, da in vielen Fällen das die Hauptursache für die bildnerischen Enttäuschungen ist.
Punkt 1:
Das Objektiv ist ein Teil einer Maschine, das Auge Teil eines lebenden und denkenden Menschen. Daher reproduziert das Objektiv mechanisch alles, was sich in seinem Bildfeld befindet, während das vom Gehirn gesteuerte Auge nur die Dinge wahrnimmt, an denen sein Besitzer im Augenblick interessiert ist. Alles andere entgeht seiner Aufmerksamkeit, er sieht es praktisch überhaupt nicht. Anders gesagt: Kamerasehen ist total und objektiv, menschliches Sehen ist selektiv und subjektiv.
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